Horst Wein: Neue Tendenzen im Fußball-Coaching

Horst Wein

Horst Wein – Autor bei Sportakademie24.de

DIE WELT DES FUSSBALLS ENTDECKT DAS GEHIRN UND DIE MÖGLICHKEITEN, DIE LEISTUNG DER SPIELER UND DAS SPIELNIVEAU WEITER ZU VERBESSERN

 

Mehr Infos zur Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball 

 

 

Seit Jahren ist im deutschen Fußball eine Tendenz zu beobachten, die sicherlich auch in anderen Sportarten triumphieren wird. Zum ersten Mal seit langer Zeit kann der Fußball, der normalerweise neuen oder modernen Trends und Tendenzen wenig aufgeschlossen gegenübersteht, zum Vorreiter einer Entwicklung werden, die das Erreichen einer optimalen Leistungsfähigkeit auch in anderen Sportarten möglich machen wird.

Bemerkungen zu den bisherigen Tendenzen im Fußball-Coaching

So wie auch in allen Bereichen des Lebens wurde und wird auch der Fußball in jeder Epoche von bestimmte Tendenzen oder Moden geprägt. Am Anfang, vor mehr als 100 Jahren, als es noch keine Trainer gab, stand das komplette Spiel im Vordergrund der Trainingsarbeit bis die ersten Trainer auf der Fußballbühne in Großbritannien auftauchten. Sie ließen sich vom Training anderer zu jener Zeit populären Sportarten wie Leichtathletik und Schwimmen, beeinflussen und erkannten die Notwendigkeit, besonders die fußballspezifischen Techniken in den Mittelpunkt ihrer Trainingsarbeit zu stellen.

Technik-orientiertes Training blieb dann für mehr als ein halbes Jahrhundert die große Mode im Fußball-Coaching und wurde erst in den frühen 60iger Jahren durch das Auftreten von Konditionstrainern im Fußball (eingeleitet von Hennes Weissweiler) und der dadurch entstandenen Konditionswelle abgelöst.
Auf der Suche nach weiteren brachliegenden Möglichkeiten zur Ausschöpfung des optimalen Leistungspotenzials beschlossen dann viele Klubs und Verbände, angeregt durch die Explosion von Höchstleistungen der Russen und Amerikaner in olympischen Sportarten, dank ihres systematischen mentalen Trainings, Psychologen zu Rate zu ziehen.

Und schließlich wurde in den 80-iger Jahren dem damaligen Trend, der Taktik mehr Raum als je zu vor einzuräumen, mit der Weltmeisterschaft 1990 bestätigt, denn am Anfang dieser Taktikwelle gab es weniger attraktiven Fußball als zuvor zu sehen. Die WM in Italien machte Geschichte, denn nie zuvor bei einer Weltmeisterschaft gab es eine geringere effektive Spielzeit (Ball im Spiel) als 1990.

Ende des letzten und am Anfang dieses neuen Jahrhunderts, als die Technologie schon seit Jahren das tägliche Leben vieler Menschen bei ihrer Arbeit und auch in ihrer Freizeit beeinflusste, gewann diese auch bei der Planung und Analyse des Trainings an Bedeutung bis auf der dauernden Suche nach weiteren noch nicht genutzten Möglichkeiten zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit in den ersten Jahren des ersten Jahrzehntes das bis heute noch am wenigsten erforschte Organ im menschlichen Körpers für das Fußballtraining entdeckt wurde: das Gehirn.

Das Gehirn-Jogging

Den Anlass zu diesem wichtigen Schritt zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Fußballspielers gaben viele auf höheren Absatz spekulierende Firmen.
Seit Jahren schulten sie bereits ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit mit gezielten, das Gehirn stimulierenden Kursen, um ihnen auch noch im gereiften Alter bessere geistige Leistungen zu ermöglichen.

Die Resultate dieser neuen Initiative, des Gehirntrainings, wurden schnell bekannt, und immer mehr Firmen tendierten dazu, ihre Arbeitskräfte regelmäßig fortbilden zu lassen, um sie zu effektiveren und produktiveren Mitarbeitern auszubilden. Die betreffende Firma produzierte mehr und expandierte.

Der Fußball, der heute mehr ein Wirtschaftsfaktor als ein Sportspiel ist, blieb dieser Entwicklung nicht fern. So wie der alle Muskel des menschlichen Körpers (dem Herzmuskel wurde im Fußballtraining erst am Anfang der 60iger Jahre besondere Bedeutung zugemessen) so braucht auch der wichtigste unserer Muskel, das Gehirn, ein kontinuierliches, wohl dosiertes Training. Glauben wir den Wissenschaftlern, so benutzt  die große Mehrheit der Menschen nur einen geringen Teil ihres Gehirns (etwa 2%) im täglichen Leben ,während der Rest noch brachliegt und nicht genutzt bzw. nicht stimuliert wird.

Studien haben gezeigt: Ein trainiertes Gehirn kann mit 60 oder 70 dem untrainierten Gehirn eines 30-Jährigen haushoch überlegen sein. Diese Eigenschaft des Gehirns stellt sich aber nicht „von alleine“ ein – das Gehirn braucht Reize von außen und muss ständig gefordert werden.

Jeder weiß, dass ein angemessenes Niveau an geistiger Leistungsfähigkeit in allen Bereichen des täglichen Lebens erhebliche Vorteile einbringt. Das ist nicht nur in der Schule, sondern auch im Berufsleben, beim Erhalten einer guten Lebensqualität im Seniorenalter und im Fußballspiel so.

Es gibt Anzeichen dafür, dass heute das Gehirn im Fußballtraining wie ein Muskel betrachtet wird. Es braucht dauernd neue Herausforderungen und sollte mit Reizen von außen trainiert werden, damit es auch in Form bleibt. Fehlt jedoch im Training eine hohe Anzahl und Intensität von neuen Reizen  und werden kaum neue Bewegungskombinationen vom Spieler erprobt und vom Trainer gefordert, dann kommt es schnell zu einer gewissen Routine und das Gehirn wird träge, weil die Leistungsfähigkeit der Nervenzellen nachlässt.
Durch ein “Gehirn-Jogging” jedoch wird das Neuronennetz im Kopf nicht nur in Funktion gehalten, sondern es werden mit den unterschiedlichsten Stimuli weitere Verbindungen zwischen den neuen Neuronen geknüpft, die dem Fußballspieler beim Erreichen seiner optimalen Leistung nur behilflich sein können.
Mediziner, Psychologen und Sportpädagogen arbeiten seit Anfang dieses Jahrhunderts fieberhaft an speziellen Methoden, um das Gehirn auf die verschiedenste Art und Weise zu aktivieren. Auch der Autor versuchte seinen Beitrag zu leisten und veröffentlichte zwischen 2002 und 2010 in Wort und Bild Bücher und DVDs mit dem Institut für Jugendfußball (www.ifj96.de) mit praktischen, fußballspezifischen Vorschlägen zur Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball.

In Zukunft werden nicht nur für Menschen aller Altersgruppen vom Kindergarten bis hin zum Hochleistungssportler, sondern  auch für Berufstätige, Kranke und Pensionäre zum Aufrechterhalten einer gewissen Lebensqualität im Alter ein spezifisches das Gehirn stimulierende Training durchführen, das ihre Leistungsfähigkeit im täglichen Leben  genauso verbessert wie ein körperliche Fitnesstraining.

Beim Gehirntraining wird die “Hardware“, der Arbeitsspeicher im Gehirn, der die Basis für die geistige Leistungsfähigkeit darstellt, mit einem vorrangig spielerischen Training so sensibilisiert, dass sich nicht nur die Zahl der neuen Neuronen um mehrere Millionen vermehrt,  sondern auch neue Neuronenverbindungen (Synapsen) geschaffen werden, die die Nutzung des immer größer werdenden Speichers verbessert.
Gehirn-Jogging  wird im zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zum wichtigen Bestandteil in der Ausbildung von Fußballspielern. Bekannte Fußballvereine wie z.B. TSG 1898 Hoffenheim und Borussia Dortmund haben bereits das Gehirntraining mit speziell dafür ausgebildeten Fachkräften in ihr Ausbildungsprogramm und im Training der Profi-Fußballer aufgenommen. Andere Fußballklubs und Sportvereine im In- und Ausland werden genauso folgen wie private und öffentliche Schulen, Krankenhäusern und Seniorenheime.

Mehr Infos zur Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball 

Vorteile durch Gehirn-Jogging

Ziel dieser aktuellen Mode oder Tendenz in unserer Gesellschaft ist es, die Leistungsfähigkeit von Geist und Gedächtnis optimal zu fördern. Beim Training werden gezielt die Grundfunktionen unseres Gehirns, sowohl die logische als auch die kreative Gehirnhälfte, angesprochen. Nur wer sein Gehirn mehrmals in der Woche mit einer Vielfalt von Stimuli trainiert ist im Spiel kreativer und flexibler,  hat eine bessere Aufmerksamkeit und kann Informationen schneller aufnehmen, verarbeiten und einordnen,  neue Erfahrungen besser und auch länger im Gedächtnis speichern sowie Stresssituationen besser in den Griff bekommen. Er, hat ein erhöhtes Reaktionsvermögen und kann durch ein verbessertes Koordinations- und Assoziationsvermögen leichter Probleme lösen und sich auf neue Situationen einstellen.

Wurde bisher d
ie Leistung von Fußballspielern besonders an ihrer Technik, Spieltaktik und körperlichen und psychischen Fitness gemessen, so ist jetzt auch ihre geistige Fitness gefragt, um durch eine weitere Verbesserung der Spielfähigkeit eines jeden Spielers bessere Ergebnisse im Mannschaftsspiel Fußball zu erzielen. Geistig fit und auf der Höhe zu sein ist jetzt allen Fußballspielern mit relativ wenig Aufwand und viel Spaß möglich.

DVDs: Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball 

DVD Spielintelligenz 1-2

“Der Geist ist kein Schiff, das man beladen kann, sondern ein Feuer, das man entfachen muss”
(Plutarch)

Horst Wein: Heft „Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball

Heft Spielintelligenz im Fußball

 

DVD Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball (Teil 3)

DVD Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball (Teil 3)

DVDs: Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball 

One Response to Horst Wein: Neue Tendenzen im Fußball-Coaching

  1. Mehmet Koçak

    23. Dezember 2010 at 22:09

    lieber wein,

    ich bin gazi üni.als lehrkraft über fussbal.ich bin 2009-2010 seminer teilnehmen.Sie, kennen sich mich.ich möchte auch Neue Tendenzen im Fussball-Coaching und Die entwicklungs der spielintelligenz im fussball DVD 1-2-3 wenn Sie mir schiecken können ich bin sehr froche darüber.ich wünche İhnen schon jetzt ein Frohes weihnachtsfest und viel Erfolg im jahr 2011.
    Hochachtungsvoll
    Asst.Pr0f.Dr.Mehmet KOÇAK

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