Förderung von Kindern im Fussballtraining – Die wichtigsten Prinzipien

Das Training mit Kindern sollte:

1) ….  in erster Linie Erfolgserlebnisse vermitteln,

2) ….  eine breit angelegte Bewegungserziehung (laufen, toben, kriechen, hüpfen, klettern, springen, rollen sowie  werfen und schießen von Bällen …) sicherstellen,

3) ….  neben Inhalten aus dem Fußball auch sportartübergreifende Schwerpunkte berücksichtigen,

4) ….  Selbstvertrauen und Selbständigkeit der Kinder fördern,

5) …. eine Vielzahl motivierender kleiner Wettspiele mit dem Schwerpunkt Technikvermittlung enthalten,

6) ….  Freude am Fußball vermitteln.

Kindertraining

Beim Training mit Kindern und Jugendlichen viele Bälle einsetzen!

Der Trainer sollte kindgemäße Rahmenbedingungen schaffen.

1) Kindertraining ist kein reduziertes Erwachsenentraining!

  • Das Fußballtraining mit Kindern sollte erlebnisorientiert und motivieren sein.
  • Es berücksichtigt das Alter der Kinder und ihre Entwicklungsstufe bei der Auswahl und Erklärung der Übungen.
  • Es ist vielseitig und abwechslungsreich.

2)  Kindgerechte Fußbälle verwenden
Der Trainer sollte im Kindertraining Fußbälle verwenden, die kleiner und leichter sind als Bälle für Erwachsene. Dies ermöglicht ein Techniktraining mit geringerem Kraftaufwand und größeren Erfolgserlebnissen.

3) Spielregeln vereinfachen und verändern
Um mit Anfängern Fußball zu spielen, benötigt man nur wenige, grundlegende Spielregeln. Wichtig dabei ist, dass der Trainer den Kindern die Spielregeln verständlich erläutert. Der Trainer kann auch Zusatzregeln vorgeben, damit geübte Techniken besonders belohnt werden. Z.B. könnten Kopfballtore innerhalb einer Trainingseinheit zum Kopfball doppelt gewertet werden.

4) Spielerzahl reduzieren, denn dies hat folgende Vorteile:

  • Ansprüche an die Technik sind geringer.
  • Das Spiel bleibt taktisch überschaubar.
  • Es ist für alle Teilnehmer intensiv und interessant zugleich, da jeder Spieler für die Mannschaftsleistung gebraucht wird.
  • Alle Spieler sind unmittelbar am Sieg oder an der Niederlage ihrer Mannschaft beteiligt.
  • Jedes Kind hat viele Ballkontakte und ist aktiv ins Spielgeschehen eingebunden.
  • Allen Kindern werden zwangsläufig Angriffs- und Abwehraufgaben übertragen. Dadurch erhalten auch leistungsschwächere Spieler eine verantwortungsvolle Rolle innerhalb ihrer Mannschaft.

5) Überschaubare Spielräume festlegen

  • Ein begrenztes Spielfeld ist für Kinder überschaubar.
  • Die sich ergebenden Spielsituationen und Spielhandlungen in Angriff und Abwehr bleiben somit für alle Kinder übersichtlich und nachvollziehbar.
  • Sämtliche Spielaktionen laufen zwangsläufig in Tornähe ab, so dass tornahe Angriffs- und Abwehrsituationen ständig wechseln und sich für jeden Spieler viele Torschussgelegenheiten entstehen.
  • Darüber hinaus wird jedes Kind zwangsläufig an Angriffs- und Abwehraufgaben seiner Mannschaft beteiligt.
  • Das Spielfeld sollte mit zunehmenden Alter der Kinder immer größer werden.

6) Den natürlichen Bewegungsdrang und die kindliche Spielfreude ausnutzen
Das Spielen der Kinder ist durch Bewegungsdrang und Spielfreude gekennzeichnet. Diesen Bewegungsdrang sollte der Trainer im Training berücksichtigen und den Kindern reichlich Gelegenheit geben sich „auszutoben“.
Erklärungen sollten daher so kurz wie möglich sein, damit die Kinder nicht zu lange ruhig stehen müssen.

7) Den Ball und den Torerfolg in den Mittelpunkt stellen
Jede Spielaktion, bei der der Ball im Mittelpunkt steht, ist für Kinder erlebnisreiches Spiel. Spielaktionen mit dem Ball sind immer sehr motivierend für Kinder. Übungen und kleine Spiele mit dem Schwerpunkt „Torschuss“  bieten die Möglichkeit, dass die Kinder  zahlreiche Erfolgserlebnisse haben können.

8) Jeden möglichst oft und lange mitspielen lassen
Im Training sollten möglichst viele Kinder gleichzeitig und gleich lange üben und spielen können. Zuschauen reduziert sehr schnell Spaß und Begeisterung. Außerdem sind angestrebte Lernerfolge nur bei möglichst hoher Übungs- und Spielbeteiligung zu erreichen. Auch bei den Wettspielen gegen andere Mannschaften sollte der Trainer darauf achten, dass alle Spieler zum Einsatz kommen – nicht nur die besten!

9) Individuelle Spiel- und Erfolgserlebnisse fördern
Die individuelle Spielleistung und der persönliche Erfolg des Einzelnen sind ebenso zu betonen wie der Erfolg der Mannschaft. Doch der Trainer sollte auch berücksichtigen, dass Spielwitz und Kreativität einzelner Spieler auf Dauer nur zum angestrebten Tor- und Spielerfolg führen, wenn die Mitspieler als Partner zum Zusammenspiel einbezogen werden.

10) Wettkampfnahe und motivierende Lernsituationen schaffen
Lerneifer und Leistungswillen sind besonders dann sehr groß, wenn das Training einen unmittelbaren Bezug zum Wettkampf  hat. Übungen sollten daher aus dem Fußballspiel abgeleitet werden.

11) Für das Fußballspiel typische Spielsituationen auswählen
Das Grundprinzip des Fußballspieles lautet:
Tore erzielen und Tore verhindern.
Möglichst viele Spielformen sollten diese für Kinder leicht verständlich Spielidee des Fußballspiels in den Mittelpunkt stellen. Herausspielen von Torschussmöglichkeiten und Abschirmen des Tores lauten die Grundanforderungen, die für Kinder leicht umsetzbar sind.

12) Unterschiede der Kinder berücksichtigen
Der Trainer sollte die unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen, Erwartungen und Interessen der Kinder berücksichtigen. Unterschiedlich talentierte und fußballerfahrene bzw. fußballinteressierte Kinder sollten zu ihrem Fußballspiel finden können. Dieses könnte geprägt sein von einfacher Freude am Fußballspiel.  Es könnte aber auch der Wunsch vorhanden sein, fußballerisches Können gezielt und effektiv weiterzuentwickeln.

Dieser Artikel ist aus dem Buch: Kinder- und Jugendtraining (Peter Schreiner)

Informationen zum Kinder- und Jugendfußball