EM 2016 Spielanalyse: England – Slowakei 0:0

England stark aber ohne Killer-Instinkt

England erspielt sich so viele Torchance, wie kaum eine andere Mannschaft im Turnier – lässt allerdings Konsequenz und Killer Instinkt vermissen.

England spielt richtig guten Angriffsfußball!

Die Vielzahl an guten Torchancen für England war kein Zufall. Vor allem interessant war Englands Bewegung ohne Ball und besonders auch abseits des Balles.

Grundsatz: Die konkrete Situation am Ball bestimmt das Verhalten aller anderen Spieler.

England zeigte dies in sehr beeindruckender Art und Weise.

Beispiel: Der Ball ist im rechten Halbraum. Der Ballführer steht nicht unter Druck (entscheidender Punkt). Dies ermöglicht alle Arten von Laufwegen, auf die der Gegner reagieren muss. Ballfern läuft Sturridge ein und zwingt damit seinen Gegenspieler zu regieren und seine Position zu verlassen, was wiederum einen neuen Raum öffnet (weiß). Alle weiteren Spieler bewegen sich zwischen den Ketten und zwingt die Slowaken damit ebenfalls ihre Position zu verlassen. In dieser Situation kann sogar noch der linke Verteidiger (ganz rechts im Bild) überlaufen und eine weitere Option bieten.

Bild 1

Die Slowakei spielt sehr defensiv, aber nicht sehr gut!

Dass sich die Slowakei nicht wirklich Zugriff auf den Gegner bekam, lag zum einen an der guten Staffelung zwischen den Ketten der englischen Offensivreihe, zum anderen aber an der etwas lässigen Art und Weise zu verteidigen.

Beispiel 1: Der rechte Verteidiger Clyne dribbelt kurz hinter der Mittellinie an. Sein eigentlicher Gegenspieler hat sich durch die Stellung des offensiven Außen (Sturridge) auf die Höhe der Abwehrkette fallen lassen. Der linke der zentralen Mittelfeldspieler (Hamsik) übt keinen Druck auf den Ballführer aus. Der Linksverteidiger (Hubocan – weiß markiert) rückt nicht konsequent auf den Ballführer raus (Entweder er geht wirklich raus aus der Kette und stellt Druck her – unwahrscheinlich oder er bleibt einfach in der Kette – besser) und findet sich in einer Position wieder, in der weder Druck ausübt noch seinen Raum in der Kette abdeckt. Der Raum wird mit einem Pass genutzt mit einer guten Chance für England.

Bild 2

Beispiel 2: Der Ball wurde kurz in den rechten Halbraum verlagert. Der linke Innenverteidiger (weiß) rückt bereits vor einem Anspiel auf den Spieler zwischen den Ketten (rot) heraus -trotz dessen, dass ein Anspiel unrealistisch ist (Passweg wird abgedeckt). Um diesen Fehler auszugleichen müsste Hubocan deutlich einrücken. Das macht er nicht, der Schnittstellenpass kommt – die nächste Chance für England.

Bild 3

Fazit: Was war zuerst da Huhn oder Ei? War England einfach sehr gut oder die Slowakei einfach nicht gut? In diesem Fall ist recht deutlich, dass England viele gute Sequenzen (Laufspiel ohne Ball, Zwischenkettenspiel etc.) zeigte, die auch gegen andere und bessere Gegner funktionieren sollten. Dass sie letztlich kein Tor erzielten, lag am fehlenden individuellen Killer Instinkt. Denn wie sagt eine alte Fußballweisheit „Wer die Dinger vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein“, was vor allem gegen bessere Gegner eintreten könnte…

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Steven Turek & Institut für Jugendfußball

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