EM 2016 Spielanalyse: Portugal – Wales 2:0

Turek FotoAutor: Steven Turek
Tore: Ronaldo (50. Minute) – Nani (53.)

One – Two – Punch erledigt tapfere Waliser!

Die Vorzeichen waren klar: Wales hat sich mit viel Leidenschaft und taktisch cleverem Verteidigen als Überraschungsmannschaft ins Halbfinale gespielt. Portugals Weg ist weniger überraschend gewesen, trotz mehrerer anhaltender Probleme im Ballbesitz. Aufgrund dieser Konstellation und Kombination von Stärken und Schwächen konnte man Wales sogar als Favoriten deklarieren – fragt mal die Belgier.

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Kein Durchkommen für Portugal!

Wie erwartete verteidigte Wales im 5:3:2, was ein Durchkommen für Portugal doch immens erschwerte. Trotzdem zeigte Portugal gute Ansätze, um den Abwehrriegel zu knacken, leider waren es zu wenige solcher Sequenzen, um für die Zuschauer ein wirklich spannendes Spiel zu gestalten.

Beispiel: Der Ball wird über die linke Seite vorangetrieben, Wales verengt die Seite und Portugal spielt eine kurze Verlagerung über Sanchez. Er dribbelt an und spielt im letzten Moment den Ball auf den Flügel. Insgesamt eine gute Sequenz. Allerdings müsste der Rechtsverteidiger Cedric höher und enger stehen, um nicht nur die 3er Reihe, sondern auch noch die 5er Reihe erfolgreich zu überspielen.

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Wales kam eigentlich nur über eine Ecke zur Torchance. Dass Spiele allerdings häufig durch Standardsituationen entschieden werden, wissen wir alle.

Beispiel für eine interessante Ecken-Variante:
Alle Waliser orientieren sich zum Tor und werden mann-orientiert verfolgt. Das öffnet den Raum im Rücken und ermöglicht eine gute Schusschance für Bale.

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Im Boxen würde man das wohl eine schnelle Kombination nennen – Ronaldo und Nani entscheiden das Spiel.

Apropos Ecke. Es war eine Ecke in der 50. Minute, die das Spiel letztlich in die Richtung Portugals lenken sollte. Ronaldo springt schlichtweg am höchsten und versenkt für die Portugiesen.

In der 53. Minute sind es dann ein nicht optimal geklärter Ball, die Fernschussqualität von Christiano Ronaldo und der Riecher von Nani, die das Spiel vorentscheiden.

Die folgenden 35 Minuten zeigten das klassische Spiel, wenn eine Mannschaft führt und der anderen Mannschaft die Zeit davonläuft. Portugal konzentrierte sich aufs Verteidigen und nahmen den Walisern damit so gut wie alle Möglichkeiten, Räume zu kreieren. Auf der anderen Seite fand Portugal genau diese Räume vor, wenn sie den Ball erobern konnten. Da Ronaldo sich nicht am Verteidigungsprozess beteiligte, stand er als erste Station fürs Umschalten zur Verfügung.

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Dass Wales nicht in der Lage war, sich Torchancen herauszuspielen, hatte viele Gründe. Zum einen machte sich das Fehlen von Ramsey für den Spielaufbau und das Übergangsspiel deutlich bemerkbar. Darüber hinaus hatte Bale die Tendenz, sich zu sehr fallen zu lassen, um ins Spiel integriert zu werden. Wie wir alle wissen, ist Bale aber eher ein Spieler, der den Ball offen zum Feld oder in den Lauf bekommen muss, um effektiv zu sein.

Beispiel: Bale kommt im rechten Halbraum an den Ball. In dieser Position hat er keine Option mit dem Ball und schlägt den Ball quer ins Feld. Bleibt er in dieser Situation an der gegnerischen Kette, ermöglich er seinen Mitspieler sich freizulaufen. Dass dies nicht wirklich Bales Rolle ist, versteht sich von selbst.Folie4
Fazit: Portugal reichen fünf gute Minuten, um ins Finale einzuziehen. Wales (wie auch Island) zeigte, dass Turniererfolg nicht nur von der Qualität des Kaders abhängig ist, sondern vor allem auch vom Match-Coachings des Trainers und der Mentalität des Teams. Dafür wird Wales genau wie Island immer in Erinnerung bleiben.

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