EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0

Turek FotoDeutschland dominiert Nordirland

Tor: Gomez (29. Minute)

Autor: Steven Turek

Deutschland zeigt sich deutlich verbessert und schlägt überforderte Nordiren deutlich.

Deutschland dominiert die erste Halbzeit

Das Spielchen war von Beginn an eigentlich deutlich: Nordirland verteidigt mit Mann und Maus, aber ohne ihren Stürmer Washington. Deutschland schob, wie schon in den ersten Partien, ihre Außenverteidiger so hoch wie möglich und zog damit die gegnerischen Mittelfeldspieler mit zurück, was die Nordiren zu einer 6:3:1 Formation zwang. Spielt man gegen einen solch tief stehende Mannschaft, ist es wichtig Positionen zu besetzen, die möglichst viele Optionen bieten.

Beispiel: Washington ist ausgespielt. Boateng hat den Ball in die zweite Linie getragen. Nordirland steht im 6:3 hinter dem Ball. Kroos und Özil besetzen die Halbräume nur so breit wie nötig. Aus diesen Positionen haben sie einen guten Winkel, um Pässe ins Sturmzentrum zu spielen, den Ball nach außen weiterzuleiten, eine Flanke in den Strafraum zu spielen, selber zu dribbeln und zu schießen oder Schnittstellenbälle zu spielen.

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 - Bild 1

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Wirklich gute Chancen und ein Tor erzielte Deutschland allerdings aus kurzen Umschaltphasen heraus. Immer wenn Nordirland sich erst organisieren musste, konnte Deutschland eigentlich nach Belieben in die Spitze kombinieren.

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Steven Turek & Institut für Jugendfußball

Beispiel 1: Nordirland hat den Ball verloren und sicher (langsam) das eigene Tor. Allerdings ist dieses Fallen nicht in allen Mannschaftsteilen schnell genug. So öffnet sich für Özil (Passempfänger) ein riesiger Zwischenkettenraum. Im Zentrum orientieren sich alle Nordiren am Ball und vergessen im Rücken Gomez, der in der Folge den Ball bekommt und eine weitere Torchance bekommt.

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 - Bild 2

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 – Bild 2

Beispiel 2: In der Entstehung zum 1:0 kommt es zu einem langen Ball seitens der Nordiren. Der Ball wird von den deutschen herausgeköpft und wieder von einem Nordiren erobert, der in der Folge einen Fehlpass zu Kimmich spielt. Dieses kurze hin und her reicht für eine vollkommene Unordnung in der Abwehr Nordirlands und lässt eine 4 gegen 2 Situation entstehen. Özil bekommt den Ball – ein Tor mit Ansage.

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 - Bild 3

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Dass selbst in dem Spiel noch Potenzial nach oben besteht, zeigt folgende Szene: Bewegt sich eine eigentlich tiefstehende Mannschaft einmal situativ ins Angriffspressing, bietet sie Räume im Rücken. Diese wollten möglichst schnell angesteuert werden. In dieser Szene ist das Pressing von Nordirland eigentlich gebrochen. Anstatt Gomez’s Laufweg entsprechend den Ball in die Spitze zu spielen, versucht Kross, ihn in den Fuß zu spielen – nicht nur ein Ballverlust, sondern auch eine vergebene (gute) Chance.

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 - Bild 4

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Nordirland aufopferungsvoll – Deutschland dominiert und spielt es runter!

In der zweiten Halbzeit schaffte es Deutschland, Nordirland situativ noch tiefer hineinzudrängen und damit andere Optionen für ihr Angriffsspiel abrufen zu können.

Beispiel: Nordirland ist komplett in den Strafraum zurückgerückt und erwartet eigentlich eine Flanke von Hector. Dies öffnet riesige Räume rund um den Strafraum und eröffnet Schussmöglichkeiten für zum Beispiel Kroos (der ja kein schlechter Fernschütze sein soll).

EM 2016 Spielanalyse: Deutschland – Nordirland 1:0 - Bild 5

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Wer jedoch glaubt, Nordirland gab sich auf, der irrt. Sie zeigten bis zum Schluss situatives Pressing und aufopferungsvollen Kampf, hatte allerdings bei weitem nicht die Qualität Deutschland wirklich gefährlich werden zu können.

Fazit: Deutschland dominiert ein unterlegenes aber tapferes Nordirland. Bleibt zu hoffen, dass Deutschland diese gute Leistung auch auf bessere Gegner übertragen kann und die Konsequenz vor dem Tor steigern kann. Denn: Gegen Spanien oder Italien gibt es nicht so viele Chancen. Und zu guter Letzt eine Frage: Was kann Kimmich eigentlich nicht?!

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